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Ausstellungen : SPEKULATIONEN - 17. Dezember 2007 - 14. März 2008
02. Eröffnung: Sonntag, 16. Dezember, 15 Uhr

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Valeska Peschke
Und er kommt nicht allein, 2007-2008

Mit ihrem Projekt Und er kommt nicht allein gibt die Berliner Künstlerin Valeska Peschke der Berliner Brache ein weithin sichtbares Wahrzeichen: In Form einer mehr als sieben Meter hohen schwarzen Silhouette setzt sie mit der sogenannten Promenadenmischung jener Hundeform ein Denkmal, die den aktuellen Hauptnutzer des Skulpturenparks darstellt.
Valeska Peschke leitet ihr Zeichen von dem bekannten spanischen Osborne-Stier ab. In den 1950er Jahren als Werbeschild an Autobahnen in weitläufigen Berglandschaften Spaniens aufgestellt, entwickelte er sich zum Wahrzeichen einer ganzen Nation. Als die Firma Osborne aufgrund der auslaufenden Werbeverträge mit dem Abbau der Werbeschilder beginnnen musste, gründeten sich landesweit zahlreiche Bürgerinitiativen, die sich für den Erhalt der Ikone einsetzten. Seit 1997 besitzt der Toro de Osborne per Beschluss des obersten Gerichtshofs in Spanien den Status eines offiziellen Kulturguts.
Das Prinzip des Toros nach Berlin-Mitte zu verlegen, beeinhaltet auf formaler Ebene ein Experiment mit den räumlichen Dimensionen: Wie funktioniert ein Zeichen, das für eine offene Landschaft konzipiert wurde, an einem Standort im Zentrum einer Großstadt?
Darüber hinaus ist es ein neuer Schritt in der Grammatik von der Hervorbringung kultureller Symbole: Ein kommerzielles Markenzeichen, welches in Aneignung kultureller Mechanismen als monumentales Bild plaziert wurde, steht, nachdem es zum kulturellen Symbol abstrahiert wurde, als universales ästhetisches Modell für eine positive Stigmatisierung von Raum zur Verfügung. Was passiert mit dem Raum in Berlin, wenn er auf diese Weise in Anspruch genommen wird? Wie konstituiert sich über dieses Wahrzeichen bei den Bewohnern das Bild von "ihrem" Ort?
Interessant ist dabei die Tatsache, dass die Besitzer der ursprünglich für die Aufstellung der Plastik angedachten Fläche das Gesuch des Skulpturenparks ablehnten. Sie zeigten Bedenken, die Skulptur könnte Hundebesitzer verstärkt dazu ermutigen, die Fläche des Skulpturenparks als Hundewiese zu nutzen und somit ihr ohnehin stattfindendes Handeln legitimieren.

Bereits in früheren Projekten verhandelte Valeska Peschke die Funktion von Symbolen und die Vorstellungen, die sich damit verbinden. Unmittelbar nach der Wende erfand sie mit "Vulkane in Berlin" (1993-97) ein Bauschild, das Brachflächen im Umbruch bezeichnete. Die Entwicklung konzeptioneller Welten und Handlungsanweisungen, die die Möglichkeit bieten, sie zu erleben oder zu beschreiten, findet sich auch in ihrer Werkreihe aus aufblasbaren Häusern "Instant Home/Modernism" (seit 1999) wider.

Weitere Informationen unter www.valeskapeschke.com.

Mit freundlicher Unterstützung von Krinner Schraubfundamente. www1.krinner.de