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Pressemitteilung: 29. Juni 2009
Wunderland Austellungsreihe
Juli – Dezember 2009

Die Baumaßnahmen haben begonnen. Auf dem zentralen Abschnitt des 5 ha großen Skulpturenpark Berlin_Zentrum sind die Fundamente für ein Apartmenthaus entstanden, welches schrittweise aus der Fläche in den Raum hineinwächst. Während man mit diesem Gebäude stilistisch einer vergangenen Vorstellung der Zukunft huldigt, wird in unmittelbarer Nachbarschaft eine aktuelle Vorstellung der Vergangenheit angepriesen und in Form eines „Dolce Vita“-Musterpavillons beworben. Der eklektizistische Glanz dieses vor einem Jahr in Sichtnähe erschaffenen Häuschens hat bereits natürliche Patina angesetzt, und in seinem Vorgarten gehen Oleander-Topfpflanzen in intimer Eintracht mit der Artenvielfalt der Brachenfauna einher, die aufgrund des aktuellen Wetters reichhaltig ins Kraut schießt.

Um diese hilflosen Ambitionen durch ein paar substanziellere Impulse zu bereichern, wird sich der Skulpturenpark Berlin_Zentrum mit der neuen Projektreihe Wunderland an den Baumaßnahmen beteiligen. Nach den Serien Bestandsaufnahme, Parcella, Spekulationen und Landreform werden sich, verteilt über den nördlichen Skulpturenpark schrittweise sieben Vorstellungen von Raumentwicklung materialisieren und zu einer Siedlungsenklave zusammenfügen.

Wunderland bringt zwei vermeintlich unvereinbare Denkmuster zusammen: den fleißigen Positivismus des legendären Wirtschaftswunders der westdeutschen Nachkriegsära und die fantastische Realität von Alice, in deren Wunderland rationale Gesetzmäßigkeiten nicht funktionieren, statt dessen eine beeindruckende Wachstumswillkür vorherrscht und zugleich alle Wesen nach dem Credo „Be what you would seem to be” leben.

Die Projekte von Wunderland siedeln sich inmitten dieses paradoxalen Dschungels aus Lug und Trug, aus Utopien, Dystopien, fantastischen und realpolitischen Enklaven und Exklaven, aus negativen und positiven Visionen an.


Wunderland Kuratorischer Beirat:
Matteo Pasquinelli (Amsterdam/London)
Tim Voss/Britta Peters (Kunstverein Harburger Bahnhof, Hamburg)
Pelin Tan (Istanbul)
und KUNSTrePUBLIK e.V.

Wunderland wird gefördert von European Cultural Foundation.



Die Wunderland Projekte:

Arnaud Elfort (Survival Group) und Eden Morfaux: Block
Eröffnung: Sonntag, 5. Juli 2009, 15 Uhr

Christoph Ziegler: Camp Exodus
Eröffnung: Samstag, 18. Juli 2009
Camp Exodus ist ein temporäres Wohnlaboratorium, das der Praxis des Utopierens gewidmet ist. Außerhalb des normalen Lebensprogramms wird hier gelesen, nachgedacht, meditiert und diskutiert, skizziert, modelliert und im Internet recherchiert. Als materialintensive Kreuzung aus einer Raumstation, einer Kleingartenanlage und einem Modulhaus der Siebziger Jahre verkörpert Camp Exodus realisierte Utopien der Vergangenheit: Was im Großen schon versucht wurde, wird ins Kleine übertragen und nachvollzogen.
Camp Exodus wird eingeladenen Künstlern, Forschern, Architekten und Musikern eine Bühne bieten: Balz Isler (Zürich/Berlin), Bernd Jasper & Moka Farkas (Hamburg), Oliver Krewitt (Hamburg), Ralo Mayer / multiplex fiction (Wien), Gordon Müllenbach (Hamburg), Orakel (of the world) und das Kapaikos Mandolinenpunkorchestra (Berlin).

Jelka Plate: A Very Merry Unarchitecture to You
Eröffnungen: Sonntag, 23. August  und 20. September 2009
A Very Merry Unarchitecture to You ist eine ausgedehnte Feier der Leere.
Im Spannungsfeld des Showrooms der Fellini Residencies und der Baustelle eines neuen Apartment-hauses auf dem Skulpturenpark baut Jelka Plate im Austausch mit einer nahe gelegenen Werkstatt für Ein-Euro-Jobber, die Modelle repräsentativer Gebäude Berlins anfertigen, in einer temporären Containerwerkstatt ein subjektives Modell der Skulpturenparks Berlin_Zentrum. Parallel dazu führt sie Interviews mit Mitarbeitern der vom Jobcenter geförderten Modellbauwerkstatt.

Angela Melitopoulos:
Möglichkeitsraum I / The Blast of the Possible – A trans-national action of montage
Samstag, 26. September  und Sonntag, 27. September 2009
Zeitgleich zur Bundestagswahl gibt das transnationale Kunstprojekt The Blast for the Possible in eigener Sache politische Anstöße: Auf dem ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen in Berlin werden zehn Plakatwände mit unveröffentlichten Fotografien aus dem zypriotischen UN Archiv inszeniert, die die aktuelle Situation der  Green Line in Nicosia, der letzten geteilten Stadt Europas, thematisieren.
Im Anschluss an die Eröffnung wird eine Round-Table-Diskussion zur Perspektive dieses "Niemands-landes" stattfinden. Beteiligt sind Gäste aus Nicosia, Berlin und London (Kanak Attak Berlin, Transit e.V, Research Architecture/Goldsmiths College, University of Nicosia), u.a. Mobile Facts (Georgina Fakumoju, Florian Druckenthaner, Solmaz Sohrabi, Stiliana Schone), MariaGiovanna Nuzzi, John Palmesino, Ines Schaber, Eyal Sivan, Socratis Stratis, Vassilis Tsianos, Nicos Trimikliniotis, Michael Willenbuecher, Phillip Zourgane.

Simon Faithfull: Mobile Research Station no.1
Sonntag, 20. September 2009: Reasearch Communications Day
Forschungsstationen im Weiss der Polarregionen und im Schwarz des Alls sind die Referenz der Mobile Research Station No.1 von Simon Faithfull. Ein herkömmlicher Bauschuttcontainer wird mit einem  Aluminiumüberbau zu einem Forschungsinterieur umfunktioniert, in dem Anfang August  eine Reihe von ästhetischen Wissenschaftlern die Arbeit aufnehmen. Die Station wird ihnen als Basis dienen, von der sie die umliegende Wildnis und die urbanen Zonen der Ungewissheit untersuchen.
Beteiligte Forscher: Martin John Callanan (London), Nick Crowe & Ian Rawlinson (Manchester/Berlin), Tim Knowles (London), Anikka Lundgrun (Gothenburg/Berlin), Katie Paterson (London), Esther Polak (Amsterdam)

KUNSTrePUBLIK: Land’s End
Matthias Einhoff, Philip Horst, Markus Lohmann, Harry Sachs, Daniel Seiple
Work in progress

Christoph Faulhaber: GAC
anlaufend seit Juni 2009
Guantanamo Aufnahme Centrum ist ein fortlaufendes Projekt, das sich mit der Frage nach dem Verbleib der restlichen Häftlinge des US Militärlagers beschäftigt. GAC beobachtet den globalen Prozess der Umsiedlung, und versucht, auch für den Standort Deutschland, die Aufnahme von Insassen zu ermöglichen und begleitet den Resozialisierungsprozess durch die Bereitstellung und Ausstattung der temporären und langfristigen Unterkünfte.
weitere Informationen: www.gac-web.org


Skulpturenpark Berlin_Zentrum
KUNSTrePUBLIK e.V.
Neue Grünstr. 20
10179 Berlin
press@skulpturenpark.org
http://www.skulpturenpark.org